Manchmal entstehen dabei ungewöhnliche Ideen – etwa eine „Stadt der Funktionen“, in der sich eine Parabelbrücke über einen Fluss spannt und eine Achterbahn an eine Sinuskurve erinnert. Solche Bilder machen mir beim Erstellen Spaß. Im Unterricht könnten sie einen Gesprächsanlass bieten: Welche Funktionen erkennt ihr? Und wo passen die Formen nur ungefähr?
In diesem Beitrag geht es zunächst um ChatGPT und Gemini. Weitere Angebote wie Midjourney, Adobe Firefly und FLUX stelle ich später in einem eigenen Beitrag vor.

Die Bildidee begann mit der kurzen Aufforderung: „Erstelle mal Stadt der Funktionen.“ Für die Generierung wurde sie um Parabelbrücke, Sinus-Achterbahn und ansteigende Dächer ergänzt.
Ein schönes Bild ist noch kein gutes Lernmaterial
Das habe ich beim Versuch gemerkt, eine Europakarte mit KI zu erstellen. Auf den ersten Blick wirkte das Ergebnis überzeugend: dunkler Hintergrund, leuchtende Ländergrenzen und goldene Markierungen für die Hauptstädte.

Beim genaueren Hinsehen habe ich einige Fehler entdeckt:
- Länder standen doppelt in der Liste.
- Die Koordinaten waren falsch beschriftet.
- Mehrere Hauptstädte waren an der falschen Stelle eingezeichnet.
Auch nach mehreren gezielten Korrekturversuchen stimmte die Karte noch nicht. Einzelne Fehler verschwanden, andere blieben bestehen.

Als Bildidee fand ich das Ergebnis spannend. Als Lernmaterial würde ich die Karte so nicht verwenden. Gerade die professionelle Gestaltung macht es leicht, Fehler zu übersehen.
ChatGPT und Gemini: Welche Bildmodelle gibt es?
Bei den vielen Namen muss ich selbst erst einmal sortieren: ChatGPT und Gemini sind die Anwendungen, in denen ich meine Bildideen beschreibe. Die Bilder werden von Modellen erzeugt, die im Hintergrund arbeiten.
OpenAI führt in seiner aktuellen Dokumentation GPT Image 2.5 mit den Varianten Sunburst und Flare auf. Sie können Bilder erstellen und vorhandene Bilder bearbeiten. Welche Möglichkeiten direkt in ChatGPT angeboten werden, lässt sich daraus allerdings nicht vollständig ableiten. Offizielle Übersicht von OpenAI
Bei Google heißt die Bildmodellfamilie Nano Banana. Dazu gehören unter anderem Nano Banana 2.1, Nano Banana 2 Lite und Nano Banana Pro. Die Varianten unterscheiden sich beispielsweise darin, wie sie mit Referenzbildern und mehreren aufeinanderfolgenden Bearbeitungen umgehen. Welche Variante verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Zugang ab. Offizielle Übersicht von Google
Stand: 16. Oktober 2026. Diese Übersicht ist eine erste Orientierung anhand der Anbieterinformationen. Einen systematischen Vergleich der Modelle habe ich bisher nicht durchgeführt.
Für meine nächsten Versuche interessieren mich vor allem praktische Fragen: Wie gut lassen sich Beschriftungen lesen? Bleiben zusammengehörige Lernkarten im gleichen Stil? Und kann ich einen Fehler korrigieren, ohne dass sich dabei andere Bildteile verändern?
Was bedeutet das für meine Mathematerialien?
Bei Lernmaterialien kommt es auf Details an. Ein falsch eingezeichneter Scheitelpunkt, eine unpassende Achsenskalierung oder ein fehlendes Vorzeichen können einen mathematischen Zusammenhang verändern.
Auch bei einem fantasievollen Einstiegsbild sehe ich deshalb genau hin. Eine Achterbahn kann an eine Sinuskurve erinnern. Als Beispiel für einen exakten Funktionsgraphen eignet sie sich dadurch noch nicht.
Für Lernzettel und Lernkarten möchte ich daher ausprobieren, Bilder und mathematische Inhalte getrennt zu bearbeiten: Die KI liefert zum Beispiel eine Illustration. Formeln, Funktionsgraphen und Beschriftungen ergänze und prüfe ich selbst. So kann ich diese Teile später auch leichter ändern.
Ein Beispiel: mein Lernzettel zu Steckbriefaufgaben
Wie wichtig die fachliche Prüfung ist, zeigt auch mein Lernzettel zu Steckbriefaufgaben. Er verbindet einen Vorgehensplan mit einer Tabelle zur Übersetzung von Textangaben in mathematische Bedingungen und einem durchgerechneten Beispiel.
Bei der Überarbeitung mit KI-Unterstützung haben wir einige Formulierungen präzisiert: Für eine eindeutige Lösung müssen die Bedingungen voneinander unabhängig sein. Außerdem reicht es nicht, nur die Gleichungen aufzustellen – am Ende werden die Bedingungen und die geforderten Punktarten überprüft. Deshalb enthält die neue Fassung auch eine Probe.

Lernzettel als PDF ansehen · Lernzettel herunterladen
Den Lernzettel findest du auch bei meinen Mathematerialien in der Materialart „Lernzettel“.
Für mich gehört beides zusammen: eine übersichtliche Gestaltung und eine genaue Prüfung der Mathematik. Die KI kann bei der Überarbeitung helfen. Ob die Erklärungen stimmen und für meine Lerngruppe passen, muss ich trotzdem selbst beurteilen.
Freie Bildideen wie die „Stadt der Funktionen“ haben daneben ihren eigenen Platz. Sie können neugierig machen, Fragen aufwerfen und zum Entdecken einladen.
In den nächsten Beiträgen zeige ich konkrete Beispiele: den ursprünglichen Prompt, den ersten Entwurf und die nötigen Überarbeitungen. Mich interessiert, wie daraus Materialien werden, die gut aussehen und beim Lernen helfen.
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