Mathe & KIvon Anja Zur Übersicht

Gute KI-Prompts schreiben: Anleitung mit Beispielen

Wie formuliere ich einen KI-Prompt, der beim Lernen oder im Unterricht hilft? Vier einfache Bausteine und ein Beispiel zum Bruchrechnen zeigen, wie aus einer vagen Frage ein klarer Arbeitsauftrag wird.

Ein Prompt ist die Aufgabe oder Frage, die wir einer KI geben. Je klarer diese Aufgabe formuliert ist, desto eher passt die Antwort zu unserem Ziel. Dabei geht es nicht um geheime Zauberwörter. Entscheidend ist, den eigenen Wunsch vorher kurz zu sortieren.

Vier Bausteine für einen guten Prompt

  1. Ziel: Was soll am Ende entstehen oder verstanden werden?
  2. Kontext: Für wen und in welcher Situation wird die Antwort gebraucht?
  3. Anforderungen: Was soll enthalten sein – und was nicht?
  4. Format: Soll die Antwort eine Liste, eine Erklärung, ein Beispiel oder eine Tabelle sein?

Vom allgemeinen Wunsch zum hilfreichen Auftrag

Eine sehr offene Frage lautet: „Erkläre mir Brüche.“ Die KI muss dabei raten, wie viel Vorwissen vorhanden ist und welche Art von Erklärung hilfreich wäre.

Klarer wäre: „Erkläre einer Schülerin der 6. Klasse, warum man beim Addieren von Brüchen einen gemeinsamen Nenner braucht. Nutze ein Beispiel mit Pizza, höchstens 150 Wörter und stelle am Ende eine Kontrollfrage.“

Hier sind Ziel, Zielgruppe, Thema und Form eindeutig. Die Antwort wird dadurch nicht automatisch richtig – aber deutlich passender.

Du möchtest die Struktur direkt ausprobieren? In der Anleitung Dreisatz mit KI üben findest du einen Lernprompt, der zunächst Rückfragen und Hinweise anfordert.

Ein guter Prompt beschreibt nicht nur das Thema. Er erklärt auch, wofür die Antwort gebraucht wird.

Nachfragen gehört dazu

Der erste Prompt muss nicht perfekt sein. Gute Ergebnisse entstehen oft im Gespräch: „Erkläre den zweiten Schritt genauer“, „Nenne ein Gegenbeispiel“ oder „Formuliere das einfacher“. Wer nachfragt, steuert die Antwort aktiv, statt sie nur entgegenzunehmen.

Antworten prüfen – besonders beim Lernen

KI-Systeme können überzeugend formulieren und trotzdem Fehler machen. Rechenergebnisse sollten deshalb nachgerechnet, Quellen geöffnet und wichtige Aussagen mit verlässlichen Informationen verglichen werden. Persönliche, vertrauliche oder fremde Daten gehören nicht in einen Prompt.

Am nützlichsten ist KI als Denkpartnerin: Sie kann Beispiele liefern, Fragen stellen oder eine Erklärung anders formulieren. Das eigene Prüfen und Entscheiden bleibt dabei unverzichtbar.

Passende Prompts für deinen Unterricht

Für Unterrichtsplanung, Aufgaben und Materialprüfung findest du zehn ausführliche Prompt-Vorlagen für Lehrkräfte. Wenn du kürzere und gezieltere Anfragen formulieren möchtest, hilft der Beitrag Token sparen bei KI: 5 Tipps für kürzere Chats.

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