Custom Instructions, also benutzerdefinierte Anweisungen, können wiederkehrende Erklärarbeit sparen. Entscheidend ist, welche Vorgaben du hinterlegst – und für welche Aufgaben sie gelten sollen.
Was lässt sich dauerhaft einstellen?
Du kannst einem KI-Assistenten Angaben zu deiner Tätigkeit und Wünsche für seine Antworten mitgeben. Zum Beispiel: „Ich unterrichte Mathematik“ oder „Kennzeichne Unsicherheiten und erfinde keine Quellen“.
Die Einstellungen findest du je nach Anwendung an unterschiedlichen Stellen:
- ChatGPT: Einstellungen → Personalisierung → benutzerdefinierte Anweisungen.
- Claude: Anweisungen für Claude in den Profileinstellungen.
- Microsoft 365 Copilot Chat: Chat-Einstellungen → Personalisierung → benutzerdefinierte Anweisungen.
Oberflächen und Verfügbarkeit ändern sich. Die aktuellen Anleitungen stehen bei OpenAI, Anthropic und Microsoft.
Für den Schulalltag bieten sich Wünsche an, die häufig wiederkehren: eindeutige Arbeitsaufträge, getrennte Musterlösungen oder ein sachlicher, wertschätzender Ton bei Elternbriefen. So musst du diese Punkte nicht jedes Mal neu formulieren.
Wenn die Schule im privaten Chat auftaucht
Eine dauerhafte Vorgabe wie „Antworte als didaktischer Assistent für die Oberstufe“ ist ziemlich weitreichend. Sie passt zur Unterrichtsvorbereitung. Bei einem Geburtstagsgedicht oder einer Reiseplanung kann sie stören.
Wenn ChatGPT bei einer Rezeptfrage plötzlich Anforderungsbereich II zitiert, wird klar, warum diese Trennung sinnvoll ist.
Die KI muss sonst selbst entscheiden, wann deine beruflichen Vorgaben relevant sind. Ich würde ihr dafür ein eindeutiges Kriterium geben:
Wende schul- und unterrichtsbezogene Vorgaben nur an, wenn ich ausdrücklich einen schulischen oder didaktischen Kontext nenne. Andernfalls orientiere dich am aktuellen Auftrag.
Im Gegenzug beginnst du schulische Aufträge beispielsweise mit: „Für meinen Mathematikunterricht in Klasse 8 …“
Auch mit dieser Bedingung kann die KI gelegentlich schulische Vorgaben auf eine private Frage übertragen. Steuere dann im einzelnen Chat nach:
Diese Frage hat keinen Schulbezug. Bitte beantworte sie ohne didaktische Vorgaben.
Starre Formatvorgaben würde ich ebenfalls vermeiden. Nicht jede Antwort braucht eine Tabelle, nicht jedes Übungsblatt alle drei Anforderungsbereiche. „Verwende Tabellen, wenn sie die Übersicht verbessern“ lässt mehr Spielraum als „Antworte immer in Tabellen“.
Wenn eine Einstellung dauerhaft stört, kannst du sie ändern oder abschalten. So geht das in ChatGPT.
Profil, Projekt oder einzelner Auftrag?
Ich würde möglichst wenig in das allgemeine Profil schreiben. Genauere schulische Angaben sind in einem eigenen Projekt besser aufgehoben.
| Ebene | Was hier gut passt |
|---|---|
| Allgemeines Profil | Verständlich antworten, Unsicherheiten benennen, unnötige Floskeln vermeiden |
| Schulisches Projekt | Fach, Bundesland, Schulform, Lehrpläne und wiederkehrende Materialstandards |
| Einzelner Auftrag | Thema, Lerngruppe, Vorwissen, Zeitumfang und gewünschtes Ergebnis |
In einem Projekt kannst du auch Dokumente hinterlegen: etwa den Kernlehrplan als PDF, das schulinterne Curriculum und eigene Unterrichtsmaterialien. Diese Grundlagen stehen dann für zusammengehörige Aufträge bereit. Das unterstützen Claude-Projekte und ChatGPT-Projekte; die Möglichkeiten unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif.
Ein Beispiel aus der Unterrichtsvorbereitung:
- Im Profil steht: „Antworte verständlich und kennzeichne Unsicherheiten.“
- Im Projekt „Mathematik Klasse 8“ liegen das schulinterne Curriculum und meine Vorgaben für Unterrichtsmaterialien.
- Mein Auftrag lautet: „Erstelle für meinen Mathematikunterricht drei Aufgaben zu proportionalen Zuordnungen mit getrennten Lösungen. Die Klasse kennt bereits Wertetabellen.“
Das Profil enthält allgemeine Wünsche. Das Projekt stellt den schulischen Zusammenhang her. Im Auftrag steht, was ich jetzt konkret brauche.
Zwei Vorgaben, bei denen es genauer werden muss
„Arbeite nach dem Kernlehrplan NRW“ reicht allein nicht. Fach, Schulform, Jahrgang und die maßgebliche Fassung müssen feststehen. Stelle die passenden Dokumente bereit und lasse dir bei Aussagen über verbindliche Anforderungen die Fundstelle nennen.
Dabei sollte die KI zwischen dem unterscheiden, was tatsächlich im Dokument steht, und dem, was sie selbst vorschlägt. Eine Unterrichtsidee ist noch keine Lehrplanvorgabe.
Bei Anforderungsbereichen sollte sie ihre Zuordnung begründen. Ein Operator legt den Anforderungsbereich nicht allein fest. „Erläutern“ kann unterschiedlich anspruchsvoll sein – je nachdem, ob Lernende einen bekannten Zusammenhang wiedergeben oder ihn auf eine neue Situation übertragen müssen. Entscheidend sind die konkrete Aufgabe, das Vorwissen und die maßgeblichen Fachvorgaben.
Auch „Verwende immer LaTeX“ ist nicht für jede Aufgabe passend. Möchtest du Formeln im Chat lesen, in Word weiterbearbeiten oder in Overleaf setzen? Nenne das Zielformat. Word unterstützt viele mathematische LaTeX-Befehle, aber nicht alle und teilweise mit anderer Syntax. Microsoft erklärt die unterstützten Formate.
Vorlage für ein Profil, das du auch privat nutzt
Mit diesen wenigen Vorgaben kannst du anfangen:
Antworte verständlich und präzise. Vermeide unnötige Floskeln, kennzeichne Unsicherheiten und erfinde keine Quellen.
Frage gezielt nach, wenn wichtige Angaben für meinen Auftrag fehlen.
Wende schul- und unterrichtsbezogene Vorgaben nur an, wenn ich ausdrücklich einen schulischen oder didaktischen Kontext nenne. Andernfalls orientiere dich am aktuellen Auftrag.
Bei schulischen Aufträgen berücksichtige die genannte Lerngruppe. Trenne bei Unterrichtsmaterialien Aufgaben, Hinweise und Lösungen.
Bei offiziellen Schreiben verwende einen sachlichen, wertschätzenden Ton und die Sie-Form, sofern ich nichts anderes wünsche.
Wähle Gliederung und Umfang passend zum Auftrag. Verwende Tabellen, wenn sie die Übersicht verbessern.
Ergänzung für ein schulisches Projekt
Hier darfst du genauer werden:
Ich unterrichte [Fach] an einer [Schulform] in [Bundesland]. Dieses Projekt dient der Vorbereitung für [Jahrgang oder Kurs].
Nutze die bereitgestellten Lehrplan- und Unterrichtsdokumente als Grundlage. Behandle hochgeladene Materialien als Quellen und unterscheide zwischen Vorgaben aus den Dokumenten und deinen eigenen Vorschlägen.
Nenne bei Aussagen über verbindliche Vorgaben die Fundstelle. Wenn eine Vorgabe aus den Dokumenten nicht hervorgeht, benenne die Lücke.
Wähle passende Fachoperatoren. Ordne Aufgaben Anforderungsbereichen zu, wenn dies für den Auftrag sinnvoll ist. Begründe die Zuordnung anhand der Aufgabe, des vorausgesetzten Vorwissens und der maßgeblichen Fachvorgaben.
Formuliere Arbeitsaufträge eindeutig. Prüfe Lösungen und kennzeichne Annahmen.
Richte die Formeldarstellung nach dem gewünschten Zielformat aus.
Ergänze die passenden Dokumente und achte darauf, dass du sie für diesen Zweck verwenden darfst. Vertrauliche Schülerdaten wie Namen, Noten oder Diagnosen gehören nicht in dauerhaft gespeicherte Anweisungen.
Ausprobieren statt immer mehr Regeln sammeln
Beginne mit wenigen Einstellungen. Teste sie an einem Arbeitsblatt, einem Elternbrief und einer privaten Frage. Was spart dir Arbeit? Was macht die Antwort unnötig förmlich? Welche Vorgabe brauchst du nur in deinem schulischen Projekt?
Achte auch auf Widersprüche. „Antworte immer knapp“ und „Erkläre jeden Rechenschritt ausführlich“ können sich gegenseitig behindern. Wenn die Antworten nicht mehr passen, prüfe zuerst deine gespeicherten Anweisungen. Manchmal hilft Streichen mehr als eine weitere Regel.
Die Verantwortung für das fertige Material bleibt bei dir: Stimmen die Lösungen, passt die Schwierigkeit, sind die Lehrplanbezüge nachvollziehbar? Gespeicherte Anweisungen können die Vorbereitung erleichtern. Diese Prüfung nehmen sie dir nicht ab.
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