Ohne Personenbezug
Arbeite möglichst mit erfundenen, anonymisierten oder selbst formulierten Beispielen.
Vier kompakte Module verbinden rechtliche Orientierung, didaktische Entscheidungen, Materialprüfung und bessere Prompts – damit aus einem KI-Entwurf gutes Unterrichtsmaterial wird.
Mit dem Schnellcheck startenVor jeder Eingabe
Entscheidend ist nicht der Markenname eines Tools, sondern was du eingibst, wofür du den Dienst nutzt und welche Regeln deine Schule dafür festgelegt hat.
Arbeite möglichst mit erfundenen, anonymisierten oder selbst formulierten Beispielen.
Beachte Dienstvereinbarungen, schulische Vorgaben, Altersgrenzen und Auftragsverarbeitung.
Namen, Noten, Förderbedarfe, Gesundheitsdaten und vertrauliche Dokumente bleiben draußen.
Rechtlich umsichtig
Datenschutz, Urheberrecht und KI-Verordnung sind keine einfache Ampelliste. Ein sicherer Einsatz beginnt mit Datenminimierung, einem geklärten Zweck und den Vorgaben des Schulträgers oder der Schule.
Keine personenbezogenen oder vertraulichen Angaben eingeben, wenn sie für den Zweck nicht zwingend erforderlich und rechtlich abgesichert sind. Anonymisieren heißt mehr als Namen zu löschen: Auch Kombinationen aus Klasse, Situation und Merkmalen können Personen erkennbar machen.
Eigene Aufgaben sind meist der einfachste Ausgangspunkt. Bei fremden Werken hängen erlaubte Nutzungen vom konkreten Umfang, Zweck, Zugang und der Lizenz ab. § 60a UrhG erlaubt für Unterricht und Lehre bestimmte Nutzungen – aber nicht pauschal jeden Upload in einen externen Dienst.
Der EU AI Act verlangt keine pauschale Kennzeichnung jedes KI-Schnipsels. Seit 2. August 2026 gelten differenzierte Transparenzpflichten, etwa für Deepfakes und bestimmte Texte von öffentlichem Interesse. Im Unterricht ist eine offene Dokumentation der KI-Nutzung trotzdem pädagogisch sinnvoll.
Werkzeug-Check statt Marken-Ampel
Ein Anbieter kann seine Bedingungen ändern. Deshalb prüfst du Kriterien – und dokumentierst die Entscheidung.
Lernen im Mittelpunkt
Die Leitfrage lautet nicht „Was kann das Tool?“, sondern „Welche Denkhandlung soll bei den Lernenden stattfinden?“
Die KI liefert sofort Ergebnis, Erklärung und fertigen Text.
Sokratische LernbegleitungDie KI stellt eine Frage, wartet auf den eigenen Versuch und gibt erst dann einen kleinen Hinweis.
Planung, Aufgaben und Bewertung werden ungeprüft übernommen.
SparringspartnerDie KI erzeugt Varianten oder Einwände; die Lehrkraft trifft begründete didaktische Entscheidungen.
Ein glattes Ergebnis verdeckt, wie es entstanden ist.
Prozess sichtbar machenZwischenstände, Quellen, Prompts und Änderungen werden Teil des Lernnachweises.
Planungsfrage: Was können die Lernenden nach dem KI-Einsatz besser selbst erklären, prüfen oder entscheiden als vorher?
Vier-Punkte-Check
Eine überzeugende Formulierung ist noch kein Qualitätsnachweis. Prüfe jeden Entwurf in vier getrennten Blickrichtungen.
Die fachliche und pädagogische Verantwortung bleibt bei der Lehrkraft. KI kann eine Prüfung unterstützen, aber die Entscheidung nicht übernehmen.
Mini-Übung aus der Fortbildung
Eine scheinbar fertige Grafik beschreibt eine zylindrische Dose mit Radius 3,3 cm und Höhe 11,5 cm – und behauptet, ihr Volumen betrage 330 cm³.
Mit V = π · r² · h ergibt sich π · 3,3² · 11,5 ≈ 393 cm³, nicht 330 cm³. Für 330 cm³ müsste die Höhe bei gleichem Radius ungefähr 9,65 cm betragen. Der Fehler eignet sich als Anlass, Zahlen, Formel, Einheiten und Plausibilität getrennt zu prüfen.
Bessere Arbeitsaufträge
Prompt Chaining zerlegt eine komplexe Aufgabe in prüfbare Schritte. Meta-Prompting lässt die KI zuerst Rückfragen stellen oder den Arbeitsauftrag verbessern.
Lernziel, Lerngruppe, Vorwissen, Zeit, Material und Grenzen nennen.
Zunächst Struktur oder Varianten anfordern – noch nicht das fertige Arbeitsblatt.
Mit Kriterien prüfen lassen, selbst kontrollieren und gezielt überarbeiten.
Offizielle Grundlagen · zuletzt geprüft September 2026